Neuerscheinung: “Kommunale Intelligenz. Potenzialentfaltung in Städten und Gemeinden”

Titelseite "Kommunale Intelligenz"Ein spannendes Buch der Edition Körber Stiftung, weil der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther Erkenntnisse der Gehirnforschung überträgt und in Verbindung bringt, mit der Entwicklung von menschlichen Gemeinschaften (Kommunen). Sein Anliegen ist es, zu der Entwicklung einer „neuen Beziehungskultur“ einen inhaltlichen Beitrag zu leisten. Im Zentrum steht das Bild eines (jungen) Menschen, dem in der Kommune ermöglicht wird, sich „als Entdecker und Gestalter, als Potenzialentfalter, als Selbstentwickler“ zu erfahren.
In der Lerntheorie nimmt der Autor, ohne dies explizit so zu benennen, Anleihen bei der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Seine Botschaft ist, dass Lernen, Innovation und Weiterentwicklung auf persönlicher und kommunaler Ebene nur möglich wird, wenn den Individuen und der Gemeinschaft vor Ort, Erfahrungs- und Experimentierräume geboten werden. Lernen funktioniert nur über Erfahrungen und einen selbstgesteuerten Lernprozess des Lernenden. Für diese Form des Lernens ist in den Bildungsinstitutionen und den Kommunen zu wenig Platz. Hier müssen entsprechende Räume geschaffen und aktiv dazu eingeladen werden, wobei dies nicht über das Schaffen eines „Möglichkeitsrahmens“ hinausgehen kann. Ob und wie dieser Möglichkeitsrahmen genutzt wird, ist eine Frage die nur in der Praxis beantwortet werden kann.

Der Autor bricht aktuelle wissenschaftliche (Lern-)Theorien auf eine populärwissenschaftliche Sprache herunter und macht diese für eine Vielzahl von Menschen zugänglicher. Das Buch ist in einfacher Sprache geschrieben und hat als Zielgruppe wahrscheinlich “Changemaker” vor Ort in Verwaltung, Politik, Bildungsinstitutionen und alle diejenigen, die zu Änderungen beitragen wollen.
Dabei bleibt das Buch aber leider etwas allgemein, bzw. in der Theorie verhaftet. Einige Links verweisen auf Good Practice Projekte, das hätte man aber durch einen Anhang mit Projekten wie “Transition Town” etc. noch reichhaltiger gestalten können. Eben weil der Autor im Fazit darauf hinweist, dass jedeR ein „PotenzialentfaltungsCoach für die in seine Kommune hineinwachsenden Kinder und Jugendlichen“ sein kann, fehlen nach diesem „Call to Action“ die konkreten Hinweise für alle diejenigen, die sich nach Lektüre des Buches nun berufen fühlen.

Hier kann man das Buch bestellen.

Links auf die der Autor verweist:
www.schule-im-aufbruch.de
www.nelecom.de Neue Lernkultur in Kommunen

Andere Links zum Weiterlesen
http://www.dorv.de/
http://www.transition-initiativen.de/
http://www.die-lernende-stadt.de/

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