Lokale Dialoge und Abkommen zur Zivilgesellschaft – Vorbild Schweden

Municipalities and Civil Society

Schweden, die Heimat von Astrid Lindgren, IKEA und Knäckebrot. Seit 2008 auch die Heimat des „Överenskommelsen“, eines Vertrags zwischen Staat und zivilgesellschaftlichen Organisationen des Sozialsektors. Der Vertrag ist das Ergebnis eines einjährigen Dialogs der Akteure in den u.a. 100 national agierende NGOs eingebunden waren. Unter dem Titel „Agreement between the Swedish Government, national idea-based organisations in the social sphere and the Swedish Association of Local Authorities and Regions (SALAR)“, wurden Prinzipien festgeschrieben um die Rollen und Beziehungen der Akteure zu klären und Richtlinien für gemeinsame Vorgehen festzulegen.

Die NetzwerkerInnen des Körber-Netzwerk Bürgergesellschaft waren im September 2013 zu einer Studienreise nach Stockholm eingeladen, um diese Initiative kennenzulernen, aber auch eine Vielfalt weiterer politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure zu treffen. Der schwedische Sozialstaat befindet sich nach vielen Jahrzehnten der Stabilität in einem Wandlungsprozess, der besonders den Sozialsektor betrifft. Ziel der Studienreise war es, im Vergleich mit Schweden, zu einer neuen Einschätzung der eigenen Situation in Deutschland zu kommen und wenn möglich, von den dortigen Strukturen zu lernen.

Mein persönliches Highlight war das Treffen mit SALAR, der schwedischen Vereinigung der Gemeinden und Regionen, die in die Erarbeitung des oben beschriebenen nationalen Abkommens eingebunden war. Spannender noch als das nationale Abkommen finde ich die anschließenden Bemühungen von SALAR,  auf lokaler Ebene vergleichbare Verträge zu schließen und entsprechende Dialogprozesse vor Ort anzustoßen. Ebenso wie der nationale Vertrag sind diese Verträge rechtlich nicht bindend, sondern verfolgen primär das Ziel Beziehungen zu klären und Beziehungen zu formalisieren. Um einen stetigen Dialog aufzubauen (und wahrscheinlich auch um Kosten zu senken) kommen auch soziale Medien zum Einsatz um lokale Akteure von zentraler Stelle zu schulen, z.B. in Form von Webinars. Es kann ein großer Gewinn für interessierte Akteure in Deutschland sein, von den Erfahrungen dieses Projekts zu lernen und ich hoffe, dass im nächsten Frühjahr eine Vertreterin nach Berlin kommen kann um davon zu berichten.

Im Vorfeld der Studienreise wurde im Auftrag der Körber Stiftung eine Studie unter dem Titel „Entwicklungen in der schwedischen Bürgergesellschaft“ angefertigt. Eine spannende und angenehm zu lesende Analyse der Geschichte der Bürgergesellschaft in Schweden und ihren aktuellen Herausforderungen und Perspektiven. Mehr Details zur Studienreise und den besuchten Institutionen finden sich im zusammenfassenden Bericht.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Hannes,
      ja, das kann ich mir vorstellen, dass das in dem Rahmen eine Option gewesen wäre. Nächste Woche bin ich auf der Veranstaltung “U40-Vernetzungstreffen: Nach der Wahl: Welche Impulse braucht die Bürgergesellschaft und wer kann sie geben?” – da werden wir auch diskutieren, welche Foren das Thema “Bürgergesellschaft” braucht, damit es mehr Präsenz in der Bundespolitik findet.
      Hier übrigens ein spannender Artikel “Bitte nicht fördern. Warum die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements durch das
      Bundesfamilienministerium bislang wenig hilfreich war.” http://www.aktive-buergerschaft.de/fp_files/Naehrlich_Bitte_nicht_foerdern_2013.pdf

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